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OFFICER I’M HIGH

OFFICER I’M HIGH SIND AM START

So klingt Musik, die sich befreit hat

Zwei Musiker sitzen eines Nachts bei einer der langen Busfahrten auf Tour zusammen und hecken etwas Neues aus. Der auch sonst musikalisch hochaktive Sänger und Gitarrist Nader Rahy spielt seinem Mitstreiter Arne Augustin (Keyboards, Synths, Beats) ein paar selbst aufgenommene Tracks vor. Arne ist begeistert und will mehr. Die Geburtstunde von Officer I’m High.

Musik für das dritte Ohr.
Freiwillig entziehen sich Officer I’m High jeglicher Kategorisierung in die angesagten Musikschubladen. Zu vielfältig ist der Sound, der live wie auch von den jüngsten Studioaufnahmen ein ganzes Universum von Einflüssen mit sich bringt. „Liebe Kinder gebt fein acht, ich hab’ euch etwas mitgebracht…“ ertönt es aus dem Hintergrund, ein an Erik Satie erinnerndes Klavierintro scheucht fettes Bassgebratze aus der Ecke. Zum namensgebenden Track „Officer I’m High“ mischt sich mal schmeichelnd mal brüchig Gesang ins Geschehen. Hypnotische Beats, Choreinlagen sowie Gitarren elektrisieren den Raum und erzeugen einen cinematisch-psychedelischen Sound, der durch Bauch, Kopf und den gesamten Körper zu dringen scheint. Nader Rahys Gesang dominiert die meisten Stücke der Debüt CD, aber auch Mitstreiter Gabriel Holz veredelt stimmlich zwei der 12 neuen Songs. Der erste Eindruck beim Hören: Ein Film für die Ohren.

Soundextrakt mehrerer Dekaden
Wie der psyschedelisch-hybride Klangbastard von Officer I’m High zum Leben erweckt wurde, ist wahrscheinlich erst ganz zu erfassen, wenn man nachvollzogen hat, dass es den fünf Vollprofis ganz spielerisch gelingt, den Extrakt aus zig Band-Erfahrungen auf eine ganz neue Flasche zu ziehen. Jedes Mitglied der Officer I’m High-Familie bringt eine spezielle Farbe in den ungewöhnlichen Bandmix. Der Sänger und Gitarrist Nader Rahy ist bei einer Vielzahl von Musik- und Bandprojekten mit im Boot. Er spielt bei Nena, dem Alternative-Act Warren Suicide und Kanpur und feierte grosse Erfolge mit seiner früheren Band Nada Brama, mit der er in 2000 den Emergenza Wettbewerb weltweit gewann und ganz nebenbei auch den Award für besten Sänger einsackte. Gemeinsam mit dem Keyboarder Arne Augustin wurde er für sein Mitwirken an Nena Alben und Singles mehrfach mit Platin und Gold ausgezeichnet. Auch die Liste der Bandbeteiligungen von Arne scheint schier unendlich: nebst Nena, Warren Suicide, Mamasweed, und Thom arbeitet er als Studiomusiker und Engineer für Loretta, Beatbetrieb, dem Klaus Paul Quintett, Natalie Janz und vielen anderen. Gabriel Holz (Guitar, Vocals) schlug früher bei der RAP-Hardcore-Crossoverband 711 in die Saiten und komplettierte und produzierte die P-Funker von Fumo. Als gefragter Studiomusiker unterstützt er Acts wie Topas, Fools Garden oder Kanpur. Franky Binke hämmert nach eigenen Angaben den Bass, seit dem er mit 12 das erste Mal Motörhead hörte, spielt ebenfalls bei Kanpur und ist mit dem Rock-Act Kingdom Come weltweit unterwegs. Philipp Palm (Drums), Lebensgefährte von Nena arbeitet als Produzent, Studiomusiker und Songwriter (unter anderem für seine Liebste, Marlon, Aunt Jamima und viele mehr).

Die kleine Geschichte eines grossen Albums
Nachdem der zündende Funke im Tourbus übergesprungen ist, wird der Ernstfall – die Live- Aufführung – geprobt. Schon beim zweiten Treffen springt Gitarrist Gabriel mit auf den bereits schneller fahrenden Zug. Der Zugewinn ist ausserordentlich, denn „Gabe“, wie ihn alle nennen, hat einen Track mit dabei, der „Officer, I’m High“ heisst und sponsert damit nicht nur mehr Material sondern auch den Bandnamen, der bislang noch den Arbeitstitel „Le Buzz“ trug. Die ersten sechs
Titel des Debüts werden in den „Chez Cherie“-Studios in Berlin noch zu dritt eingespielt. Nader darf sein multiinstrumentalistisches Talent nutzen, singt nicht nur, sondern spielt Gitarre und auf allen Tracks das Schlagzeug. Zusammen mit Gabe wird auch in die Basssaiten gegriffen, bis man auf der Suche nach einem exzellenten Basser fündig wird. Franky, den alle bereits von anderen Projekten kennen, verstärkt ab sofort den Druck. Der letzte zu besetzende Posten (brav mitgezählt, Nummer 5) wird von Philipp eingenommen. Fortan schwingt Nenas Lebensgefährte die Sticks. Top-Fotograf Jim Rakete schaut vorbei. Er mag die Tracks, er mag die Band und so gibt ein Foto das andere. Es wird heiss. Sechs weitere Songs werden in Hamburg bei Philipp, im Tonamt, aufgenommen. Die Band selbst übernimmt das Mischen des gesamten Albums, bis auf einen Song. „Fading Flowers“ wird an Bernhard Hahn in Stuttgart übergeben, bei dem auch das Mastering stattfindet. Jetzt brennt die ganze Band. Dieses Feuer muss auf die Bühne.

Das Brett geht live
Sage Club, Berlin, Frühjahr 2008. In dem ehemaligen U-Bahnhof geht es zur Sache mit der Premiere von Officer I’m High. Das Feuer springt über, es wird bis in die späte Nacht Track nach Track frenetisch gefeiert. Der nachfolgende Gig im legendären Kesselhaus auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin wird ebenfalls ein voller Erfolg. Auch im Doppelpack räumen Officer I’m High ab. Ob zusammen mit der befreundeten Band Mamasweed beim „Berlin Supreme Evening“ im Pirate Cove oder als Support von Botanica in der Hamburger Markthalle. Die Freude ist gross, die MySpace-Zugriffe unterstützen den Eindruck: Officer I’m High wirft das Kopf- und Soundkino an.

Die Debüt CD
Jedes Stück des Erstlings bringt seine ganz eigene Geschichte mit. Die Beats des Titeltracks „Officer I’m High“ pumpen im exakt gleichen Rhytmus wie die Air-Control-Lights des Berliner Fernsehturms. Die sanft-melancholische Hymne „Liv“ begleitete einst einen geliebten Menschen auf seiner letzten Reise. Die hypnotische Nummer „Song For The Dead“ wurde mehr oder weniger an einem Tag Spur für Spur von Arne Augustin komponiert und eingespielt und von Nader, der es später hörte, im gleichen Tempo um die Lyrics und den Gesang komplettiert. Aber auch alle anderen Stücke glänzen mit feinsinnigen Arrangements, vertrackter Sound-Tüftelei und tiefgründiger Komposition. Auffällig bei all der Vielfalt der Tracks ist die Homogenität des Materials, das gleich aus drei Federn der Band kommt. Die zwei Jahre der Vorbereitung haben sich gelohnt. 12 Titel ganz eigener Machart sind die Belohnung für eine Idee, die einst im Tourbus entstand. Und schon jetzt lässt sich absehen, dass Officer I’m High nicht mehr lange Geheimtipp der Szene sein werden. Das verwundert kein Stück.

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